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Tafelsilber als Geldanlage!


Der Silberpreis wird sich dem Goldpreis annähern. Gold und Silber sind in den vergangenen zwölf Monaten erneut deutlich teurer geworden. Der Goldpreis hat über 30% zugelegt, und der Silberpreis hat sich mehr als verdoppelt. Ein Ende des positiven Trends ist noch nicht absehbar, und beide Metalle werden in den kommenden Monaten noch massiv an Wert zulegen. Die Triebfedern für die erwarteten Kursavancen sind jedoch nicht dieselben. Gold ist bei Anlegern als klassisches Anlageinstrument in der Regel immer noch beliebter als Silber, unter anderem, weil auf Gold keine Mehrwertsteuern zu entrichten sind. Vergleicht man aber die Performance von Gold und Silber über die letzten zehn Jahre, so schneidet das weisse Metall deutlich besser ab. Der Goldpreis kletterte zwar stolze 300%, aber Silber verteuerte sich um 700%. Der Grund für die unterschiedliche Wertsteigerung liegt im Verwendungszweck.
In der Geschichte der Menschheit wurden bisher rund 5,5 Mrd. Unzen Gold gefördert und zu Schmuck, Barren und Münzen verarbeitet. Nur ein kleiner Teil davon wurde industriell verarbeitet, und mehr als 95% des Goldes sind noch relativ frei verfügbar und werden gehortet. Bei Silber ist ziemlich genau das Gegenteil der Fall: Zwar wurden in den letzten 8000 Jahren rund 46 Mrd. Unzen aus der Erdkruste geholt, davon wurden jedoch über 95% für industrielle Zwecke verbraucht. Die restlichen 5% teilen sich auf Silberbesteck, Schmuck sowie Barren und Münzen auf.

Angespannt

Pro Jahr werden rund 80 Mio. Unzen Gold neu gefördert – die Nachfrage beträgt rund 130 Mio. Die Differenz wird durch Recycling und Notenbankengold gedeckt. Die Angebotslücke von aktuell 50 Mio. wird in den kommenden fünf Jahren auf mehr als 100 Mio. Unzen steigen, da einerseits die Nachfrage weiter zunimmt und anderseits die geförderte Menge auf 50 bis 60 Mio. Unzen abnimmt. Das steigende Angebotsdefizit kann nur über einen deutlich höheren Goldpreis ausgeglichen werden.
In Silber ist die Situation noch prekärer. Die Nachfrage liegt um 930 Mio. Unzen pro Jahr, aber es werden nur rund 730 Mio. neu gefördert. Im Unterschied zu Gold gibt es in Silber keine nennenswerten Reserven mehr. Letztes Jahr wurden von der Industrie mehr als 600 Mio. Unzen verbraucht, und die Investorennachfrage hat die Schwelle von 300 Mio. überschritten. Noch vor fünf Jahren lag die Nachfrage der Anleger unter 50 Mio. Unzen. Sollte sie künftig in gleichem oder noch höherem Tempo zunehmen, könnte der Industrie bald das nötige Silber für Flachbildschirme, iPhones, Elektromobile und weitere industrielle Anwendungen fehlen. Das könnte ein Grund dafür sein, dass es eher zu einem Silberverbot kommt, als dass Regierungen und Notenbanken Gold verbieten oder gar konfiszieren. Die angespannte Angebots- und Nachfragesituation ist für beide Metalle praktisch eine Garantie für weitere Kurssteigerungen.

Gold vs. Papier

Ein wichtiger Grund für die zunehmende Nachfrage nach physischem Gold und Tafelsilber liegt in der zügellosen Schuldenpolitik westlicher Industrienationen. Das ist ein eindeutiger Vorbote für Währungsreformen nicht nur im Euroraum. Auch die Vereinigten Staaten werden früher oder später damit konfrontiert werden. Bei Währungsreformen wird das Geld entwertet, Sparguthaben werden vernichtet, und die Kaufkraft sinkt. Die besten liquiden Wertaufbewahrungsmittel, die vor Kaufkraftverlust anlässlich einer Währungsreform schützen, sind Gold und Silber.
Addiert man die investierten Vermögen in Aktien und Anleihen, ergibt sich ein Wert von zirka 140 Bio. $. Die Notenbanken verfügen weltweit gemäss eigenen Angaben über Goldreserven in der Höhe von 20 000 Tonnen oder 1 Bio. $. Einmal ganz abgesehen davon, dass dieses Gold der Bevölkerung bei Währungskrisen nicht zur Verfügung steht, veranschaulicht es doch, dass es aktuell ein offensichtliches Ungleichgewicht zwischen «Wert»-Papieren und dem Wert von Gold gibt.

Japan-Effekt

Falls sich die Lage in Japan nicht bald stabilisiert, könnte das einen erheblichen Einfluss auf das Finanzsystem haben. Man darf sich gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn Tokio starker radioaktiver Strahlung ausgesetzt wäre. Das Vertrauen in den Yen und in die japanische Wirtschaft würde sich in Luft auflösen, die Auswirkungen wären weltweit zu spüren. Die Ereignisse rund um die beschädigten Atomkraftwerke in Japan haben bewirkt, dass nun in fast allen Ländern die Atomenergie auf dem Prüfstand steht.
Die Forderung nach alternativer Energiegewinnung ist erneut eines der zentralen Themen. Die Aktienkurse von Windturbinen- und Solarzellenherstellern sind nach den Ereignissen in Japan hochgeschnellt. Silber wird im Bereich erneuerbarer Energien in grossem Stil verwendet – die Nachfrage dürfte auch aus diesem Grund steigen.
Das Angebotsdefizit, die steigende Investorennachfrage, mögliche Währungsreformen und die unsichere geopolitische Lage werden Gold und Silber schon bald exorbitante Preisniveaus erreichen lassen. Der Goldpreis dürfte noch dieses Jahr auf deutlich über 2000 $ pro Unze steigen. Silber nimmt schon bald die Marke von 50 $ in Angriff, um dann in den nächsten 24 Monaten auf mehr als 100 $ zu klettern. Das Preisverhältnis zwischen Gold und Silber dürfte in den nächsten Monaten auf 20 sinken. In fünf bis zehn Jahren wird sich der Silber- dem Goldpreis annähern.



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